Gesundheit

Krankheit oder natürliche Reaktion

Im Januar 2017 ging ich wie immer zu meinem jährlichen Check-Up zum Hausarzt. Ohne irgendwelche nennenswerte Befindlichkeiten sah ich diesem, wie die letzten Jahre gelassen entgegen. Als ich dann die Praxis verlassen hatte sah ich mich mit einer Diagnose konfrontiert die nicht mein Leben zerstört, mich jedoch ein wenig verstörte.

Ich war als Diabetiker Typ-2 diagnostiziert. Da meine Mutter schon Jahre zuvor ebenfalls dieser „Krankheit“ anheim viel war mir so einiges an Wissen bekannt was mich dazu veranlasste das Ganze zu hinterfragen. Da mein Hausarzt auch direkt Tabletten verschreiben wollte und ich eben ja ein klein wenig Wissen hatte verweigerte ich diese mit der Begründung erstmal einen Facharzt, sprich Diabetologen auf zu suchen und mich von diesem beraten zu lassen. Gesagt, getan und schon war ich auf dem Heimweg. Mit den heute bekannten Kommunikationsmitteln auch direkt auf dem Heimweg einen entsprechenden Spezialisten in meiner Region rausgesucht und einen Termin vereinbart. Den bekam ich dann 2 Wochen später. Am gleichen Tag orderte ich noch ein Blutzuckermessgerät und zugehörige Teststreifen, so dass ich am Folgetag mit den Messungen loslegen konnte.

Mein erstes „Kurzzeitziel“ war, dass ich zu dem Termin beim Diabetologen diese Messergebnisse mitnehmen wollte um so die Möglichkeit einer besseren „Therapie“ zu erhalten. Meine Vorgehensweise war folgende:

Eine Woche lang ab dem Tag des Messens genauso weiterleben wie bisher was Essen, Bewegung und allen anderen Lebenswandel von mit betraf. Gemessen wurde nüchtern, vor und nach jeder Mahlzeit und abends vor dem Schlafen gehen. Dazu passend wurde natürlich dokumentiert was ich an Mahlzeiten in Menge und Inhalt zu mir genommen hatte. Nach dieser Woche begann ich mein Wissen,

welches ich mir bis dahin angelesen hatte und noch von meiner Mutter wusste in die Ernährung einfließen zu lassen. Weiterhin wurde wie gehabt vor und nach jeder Mahlzeit, sowie nüchtern und vor dem Schlafen gehen gemessen. Nach der Auswertung dieser paar Tage konnte ich zu dem Termin Ergebnisse mitnehmen die ganz klar zeigten, dass meine Zuckerwerte sich in den „Normalbereich“ begaben alleine dadurch, dass ich die Ernährung umgestellt hatte. Mit diesem Ergebnis ging ich positiv gestimmt zu dem Termin beim Diabetologen. Ich will es kurz machen, nach kurzen Wortgeplänkel des Arztes und doch geringschätzigen Blicken gegenüber meiner Figur teilte er mir mit, dass er mir Tabletten aufschreibe da der HbA1c Wert sehr hoch sei und dieser gesenkt werden muss. Mein Versuch ihm die Messergebnisse mitzuteilen wurden einfach ignoriert während das Rezept ausgefüllt wurde. Er lies mich dann noch ausreden und teilte mir mit, dass er morgens und abends jeweils eine halbe Tablette verordne. Ich würde da jetzt anfangs nichts davon merken, aber wir würden dann ja beim nächsten Termin sehen ob sich was getan habe. Mir war klar, einen nächsten Termin würde es für mich nicht geben! Aussage des Arztes zusammenfassend:

Sie müssen Tabletten nehmen damit der sehr hohe Wert schnell wieder sinkt, allerdings wird die Dosis fast keine Auswirkung haben.

Nun gut, man könnte sagen, dass ich eben Pech gehabt habe und einen anderen Arzt suchen sollte, doch das gestaltet sich leider nicht so einfach. Da ich aus beruflichen Gründen pendle und somit drei Tage im Unternehmen 200 km von meinem Wohnort lebe und arbeite, bleiben noch zwei Tage an meinem Wohnort. Dazu kommt dann der Nachwuchs der zu dem Zeitpunkt gerade sechs Monate alt war und die immens langen Wartezeiten für einen Termin. Zuerst einmal war ich verärgert, dass der Herr Doktor noch nicht einmal bereit war sich meine bisherigen Umsetzungen an zu sehen, der zweite Gedanke war dann der, dass ich ja nicht auf den Kopf gefallen bin und mir zu helfen weiß. Ich lies mich bei dem Arzt also in das Diabetes Programm eintragen nahm schön brav an der Ernährungsberatung teil, denn man lernt ja schließlich nie aus. Mit dem Wissen von der Beratung, dem was ich mir durch Bücher, im Internet und in Fachzeitschriften angelesen hatte und der Unterstützung meiner Frau startete ich dann durch. Das hieß dann im Klartext: Drei Mahlzeiten am Tag mit nicht mehr als 4 BE, umstellen auf Vollkornprodukte und Alternativen zu den Lebensmitteln finden die wir bisher zu den Mahlzeiten mit einer absoluten Selbstverständlichkeit als Hauptnahrung zu uns genommen haben. Als Beispiel sei hier mal gesgat, dass in der Literatur die Rede von ca. 60g Vollkornbrot pro Mahlzeit ist, die man maximal zu sich nehmen sollte. Jeder der sich mit dem Thema beschäftigen muss weiß, dass das einer dünnen Scheibe Vollkornbrot entspricht. Und wenn man vorher zum Abendessen, oder Frühstück gerne mal zwei oder drei Brötchen vertilgt hatte, eventuell noch dazu oder anstatt eines Brötchens noch ein Buttercroissant dann hat man das Gefühl, das eine Scheibe Brot nicht wirklich „viel“ ist. Ich für meinen Teil fand da recht schnell eine Alternative. Da ich auch schon vorher liebend gern Knäckebrot gegessen habe, war die Lösung recht naheliegend. Hier ein Roggenvollkorn Knäckebrot mit 2% Kleie Anteil (man will es nicht glauben aber es handelt sich hierbei bei um das IKEA Knäckebrot KNÄCKEBRÖD ) das sich bei einer Menge von 60 g richtig sehen lassen kann, denn es entspricht einer halben Scheibe. Wenn ihr nun die Form der allseits bekannten Knäckebrot Form im Kopf habt dann seid ihr auf der Falschen Fährte. Die „Scheiben“ sind hier rund und im Durchmesser ca. 30 cm. Da bekommt man also auf eine halbe Scheibe so einiges drauf!

Was die warmen Mahlzeiten betrifft so sind wir darauf übergegangen tatsächlich die Lebensmittel wie Reis, Nudeln und Kartoffeln als Beilage zu essen und nicht mehr als Hauptbestandteil des Essens. Ich habe anfangs bewusst ganz darauf verzichtet, aber nach und nach wieder damit angefangen es in kleinen Einheiten zu genießen. Und wenn, dann nehmen wir Vollkornreis und Vollkornnudeln. Auch Süßkartoffeln kommen mehr zum Einsatz und ich mache auch vor Fertiggerichten keinen Halt, wobei dass natürlich nicht das Gesündeste ist. In der Firma in der ich arbeite gibt es tiefgekühlte Fertiggerichte die wir von der Firma apetito beziehen. Da dieses Unternehmen auch für Altenheime, Kitas und Schulen Essen herstellt kann man sich hier auch Essen auswählen die einer leichten Vollkost entsprechen und dabei die BE Grenze einhalten, da diese bei den Essen mit angegeben sind. Und hier setzte dann der zweite Schritt meines Lebenswandels ein. Da ich anfangs nicht einschätzen konnte wie diese Mahlzeiten sich auf meinen Körper auswirken würden habe ich eben wieder das Prinzip angewandt vor und nach jeder Mahlzeit zu messen. Um aber auf Nummer sicher zu gehen führte ich einfach die erlernte Weisheit aus der Ernährungsberatung ein, nach dem Essen sich zu bewegen. Das führte dazu, dass ich ab da dann jeden Tag 30 Minuten nach dem Essen stramm marschieren gehe. Diese gesamten Maßnahmen führte ich bis zu meinem nächsten Termin bei meinem Hausarzt neun Wochen später durch. Nun was soll ich sagen, ich will das Ergebnis einfach mal in Zahlen darstellen und zwar den HbA1c Wert im Januar und der HbA1c Wert nach eben diesen besagten neun Wochen.

  • Gestartet bin ich mit einem Wert von 9,96%
  • Bei meinem ersten Kontrolltermin hatte ich einen Wert von 5,6%

Ich habe in dieser Zeit keine einzige Tablette oder sonstige Medikamente eingenommen. Des Weiteren sind mir als positiver Nebeneffekt 25 kg meines Gewichtes abhanden gekommen. Und aus all dem Entstand auch der Titel für diesen Beitrag und die Idee nun doch endlich mal meine eigene Domain, für die schon lang in der Luft schwebenden Internetseite zu nutzen.

Bei meinen ganzen Recherchen habe ich des Öfteren die Zahlen gelesen in welchem Umfang jedes Jahr Typ-2 Diabetiker „diagnostiziert“ werden. Und allein diese Zahl sagt mir schon, dass all diese Menschen nicht krank sein können. Dazu kommt dann noch die am eigenen Leib erlebte Erfahrung was Behandlung und Therapie betrifft und was ich mit einer einfachen Umstellung der Ernährung und Steigerung der Bewegung erreichen konnte. All das hat den Gedanken in meinem Kopf geformt, dass die Mehrheit der Typ-2 Diabetiker nicht krank ist, sondern dass dies eine natürliche Reaktion des Körpers auf all das ist, was wir ihm in der heutigen Zeit zumuten ohne zu wissen was wir da eigentlich genau tun.

Wer nun glaubt ich bin unter die Gesundheitsapostel gegangen der irrt sich gewaltig! Bei mir stehen nach wie zuvor Kuchen, Schokolade, Pfannkuchen etc. auf der Speisekarte. Aber dazu in folgenden Beiträgen mehr. Auch werde ich in folgenden Beiträgen auf die einzelnen Aspekte der hier geschilderten Ernährungsumstellung eingehen, gepaart mit Fragen die ich entweder hier oder in meinem direkten Umfeld gestellt bekommen habe. Also, wer mag darf gerne Fragen stellen, doch dazu muss er sich Anmelden, damit will ich verhindern das jeder irgendwas hier schrieben darf, also bitte nicht vor einer Anmeldung scheuen. Bis dahin einen schönen Tag

Oliver